Rechenschieber, slide rule
Rechenscheibe, Rechenstab, slide rule
Logarithmus
Rechenschieber beruhen auf Logarithmen. Ihre Geschichte beginnt folglich mit der Entdeckung des natürlichen Logarithmus durch John Napier (1614) und mit der anschließenden Einführung des Zehnerlogarithmus durch Henry Briggs (Briggscher Logarithmus) im Jahre 1617.
Allgemein wird William Oughtred die Konstruktion des ersten Reschenschiebers um das Jahr 1620 zugeschrieben.
Vorläufer des Rechenstabes
Napier Stäbe
John Napier hat die nach ihm benannten Napier Stäbe entwickelt, mit deren Hilfe man Rechnungen sehr schnell durchführen kann. Dazu wurden Zahlen in Form von Tabellen notiert und in Kästen untergebracht, die damit eine Art Rechner darstellten.
Die Abbildung rechts zeigt eine vereinfachte Form dieser Stäbe, die in Papierform unter dem Namen "Theutometer-ägyptischer Rechenstab" um das Jahr 1908 vertrieben wurden [Nachbildung des Originals].
Sector
Der Sector ist ein anderer Vorläufer des Rechenstabs. Seine Erfindung wird Galileo Galilei 1597 zugeschrieben. Der Sektor besteht aus zwei Linealen, die mit einem Scharnier verbunden sind.
Mit dem Aufkommen des Rechenschiebers verlor der Sektor seine breite Verwendung.
Sector, aus Elfenbein, ca. 1850
Gunter's Lineal
Mit seiner Erfindung von zwei Linealen, die logarithmische Eintragungen haben, hat Edmund Gunter die letzte Vorstufe des Rechenschiebers geschaffen (Gunter's scale oder Gunter's lines of numbers).
Rechenschieber
Rechnen ohne Komma
Der erste gerader Rechenschieber bestand aus zwei Stäben, die gegeneinander verschoben wurden. Damit war die Flexibilität der gegebenen Rechenmöglickeiten recht beschränkt.
Über die Urheberschaft des ersten runden Rechenschiebers, der Rechenscheibe, gab es einen erbitterten Streit zwischen Oughtred und einem seiner Schüler.
Die Skalen der Rechenschieber kennen kein Komma. So ist man auf die Überschlagsrechnung angewiesen, um die Größenverhältnisse richtig anzuwenden.
Verbesserung 1
Die Erfindung eines beweglichen Schiebers (Zunge), der zwischen den Stäben angebracht wurde, war eine große Verbesserung und führte letztlich zu der am meisten bekannten Form des Rechenschiebers. Das ist um 1654 geschehen.
Rechenschieber mit 2 verschiebbaren Zungen, jedoch noch ohne einen Läufer
Verbesserung 2
Eine erhebliche Verbesserung zum Ablesen der Rechenergebnisse war die Erfindung des Läufers (cursor). An seiner Form kann man bereits eine gewisse Zuordnung des Herstellerdatums machen.
Verbesserung 3
Bedingt durch die Herstellungsmethoden war die Genauigkeit der frühen Rechenschieber schlecht. Erst die Entwicklung und Einführung von entsprechenden Produktionsmaschinen brachte eine entscheidende Steigerung.
Die Genauigkeit der Rechenschieber hängt von der Länge ihrer Skalen ab. Gewöhnlich konnte man mit gewisser Übung und einem guten Auge Ergebnisse bis auf die 3 Stelle recht gut ablesen.
- Wir stellen ab dem 25.03.2010 einen Teil unserer Sammlung an Rechenschiebern aus und versehen sie mit Informationen und Gebrauchsanweisungen (sofern vorhanden) . Die Digitalisierung dauert an. Es sind insgesamt ca. 30 Objekte.
Unsere Rechenschieber Sammlung
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