Fermats letzter Satz
Die abenteuerliche Geschichte eines mathematischen Rätsels
dtv, 2001, 363 Seiten
Zielgruppe: jeder, der gerne liest
Mathematik Buchbesprechung
Fazit: Sehr empfehlenswert. Äußerst gelungene Darstellung einer Episode aus der Wissenschaftsgeschichte. Spannend und motivierend.
PRO
- sehr guter Schreibstil
- kurzweilig
- eingeflochtene mathematische Erklärungen können ohne großen Nachteil für das Lesevergnügen ausgelassen werden
- Illustrationen
CONTRA
- -
Rezension
Was für ein Buch! Selten begegnet man einem populärwissenschaftlichen Buch, das Kompetenz und Schreibfähigkeit in dieser Weise vereint, wie es Simon Singh zweifellos gelungen ist. Den Untertitel kann man wörtlich nehmen: es ist tatsächlich eine recht abenteuerliche Geschichte, voller Schweiß, Tragödien und Emotionen. Dabei ist es fast nebensächlich, dass der durchschnittliche Leser das eigentliche mathematische Problem und schon gar nicht die Lösungsversuche dieses Rätsels verstehen wird.
Die Darstellung ist ein Streifzug durch die Geschichte der Mathematik. Man begegnet Protagonisten, von denen man in der Schule bereits gehört hat und solchen, die der großen Mehrheit wohl unbekannt sein wird. Jeder von ihnen hat sich an Fermats letztem Satz mit großer Energie versucht. Nach mehr als 300 Jahren gelang es schließlich Andrew Wiles 1993 den Beweis tatsächlich zu führen. Um die Lösung zu finden hat er im Geheimen und von allen anderen Aufgaben zurückgezogen sieben Jahre seines Lebens gewidmet.
Singh macht verständlich warum es so unheimlich schwierig und aufwendig war den Beweis zu führen, den auch heute nur wenige Mathematiker nachvollziehen können. Erst die Kombination verschiedenster moderner Mathematik-Ansätze, jede für sich schon schwer genug, hat die Lösung ermöglicht.
Die Erwählweise Singhs bringt den Leser mit viel mehr als nur einem Beweisproblem zusammen: Man liest beispielsweise über die Anfänge der Zahlentheorie und über Eulers Genie, man begegnet der ausgeklügelten Chiffriermaschine Enigma, der außergewöhnlich begabten Sophie Germain, dem am gebrochenen Herzen gescheiterten Misako Suzuki.
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